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Schule nicht Reparaturbetrieb der Gesellschaft

Bei einer Podiumsdiskussion konnten die LehrerInnen ihr Anliegen äußern.
Foto: Hermann Schock.

Kultusministerin
Schule nicht Reparaturbetrieb der Gesellschaft

Jonas Volk hat für Fokus Südwest den Besuch von Kultusministerin Susanne Eisenmann am Schulzentrum West in Schwäbisch Hall mitverfolgt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom CDU-Kreisverband Schwäbisch Hall. Dessen Vorsitzende Kathrin Heinritz übernahm die Moderation der Diskussion.
In ihrem etwa 20-minütigen Einleitungsvortrag sprach Susanne Eisenmann Themen wie die Stärkung der Realschulen und die schlecht ausgefallene VERA8-Studie an, die schulübergreifende Vergleichsprüfung der achten Klassen. Außerdem thematisierte sie die G8/G9-Diskussion und stellte klar, dass in Baden-Württemberg auch künftig G8 das vorherrschende System bleiben wird. Allerdings sollen die 44 G9-Standorte bestehen bleiben und gefördert werden.
Zum Abschluss ihres Vortrags ging sie noch auf Inklusion und Integration ein. Dabei sprach sie ziemlich direkt die Probleme an: Es gebe bei der Inklusion noch Engpässe; diese sei jedoch auf einem guten Weg.
Beim politisch aktuelleren Thema Integration lobte sie die hervorragende Arbeit aller Beteiligten im Bundesland, wo insgesamt 40.000 Schüler in 2.500 so genannten Vorbereitungsklassen auf eine schnellstmögliche Überführung in reguläre Schulklassen vorbereitet wurden. Diese sieht sie als ebenso existenziell an wie die Sprachförderung, für sie unabdingbar, um gut in die Gesellschaft eingebunden zu werden.
Ihrer direkten Linie blieb die Ministerin auch bei der anschließenden Podiumsdiskussion treu. Sie wies allerdings auch darauf hin, dass angesichts der aktuellen Haushaltssituation keine großen Versprechungen gemacht werden könnten.
Daneben war das Thema Lehrkräftemangel ein immer wiederkehrender Problempunkt bei den Fragen des Publikums. Dieses Jahr wurden in Baden-Württemberg 7.000 neue Lehrkräfte eingestellt. 270 Stellen sind unbesetzt geblieben, was vor allem im ländlichen Raum zu Unterbesetzung und damit verbundenem Unterrichtsausfall führte.
Als Ursachen für diesen Lehrkräftemangel nannte die Kultusministerin sowohl den fehlenden „Reiz des Beamtentums“, als auch die wiederkehrende Finanzproblematik im Landeshaushalt. Zum Abschluss ihrer Erläuterung über die Gründe für fehlende Lehrkräfte forderte sie von den anwesenden Lehrerinnen und Lehrern, ihren Beruf durch ansprechenden Unterricht wieder attraktiver zu gestalten.
Insgesamt beantwortete die Kultusministerin kritische Fragen kompetent und entschlossen und erntete bei manchen Aussagen sogar Beifall. Dies spiegeln auch die folgenden Stimmen aus dem Publikum wieder.

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